Nothilfe Winter 2015/2016

Neuester Bericht von Galsan über die Lage der Nomaden (Stand 31. März):

"Die Situation der Nomaden in der Altai-Region hat sich entspannt. Große Teile der zu Eis gefrorenen Schneedecke ist durch mildere Temperaturen geschmolzen, weshalb die Tiere ihr Futter wieder selber suchen können. Allerdings ist der Winter in der Mongolei noch nicht zu Ende. Kälte und Schnee können auch jetzt noch zurückkommen  -  und danach setzen die Sandstürme ein.
Eine weitere Nothilfe ist im Augenblick jedoch nicht erforderlich. Wir warten ab ... "

Von offizieller Seite wird berichtet (Stand 28. März 2016):

Landesweit erreicht die Zahl der verendeten Tier ca. eine halbe Million. Vor 6 Jahren, wo der Zud am verheerendsten herrschte, verendeten im Vergleich 5 Millionen Tiere! In diesem Jahr konnten dank der guten Vorbereitung der Nomaden und der Hilfe in- und ausländischer Hilfsorganistionen große Verluste vermieden werden.


Aktueller Bericht zum Stand der Dinge

„Und wer seinen sechsten Sinn
noch wach hat
steht dem Tag und den Nomaden bei“

Mit diesem leicht abgewandelten Ausspruch von Galsan Tschinag setzen wir den Schlussstein unter unser erstes Hilfspaket für die hungernden Viehherden der Tuwa-Nomaden und einiger Kasachenfamilien im Aimak Bayan Ölgij in der Altai-Region . Galtaikhuu hat eine bewundernswerte Arbeit geleistet, hat mit den schlitzohrigen Futtermittelhändlern erfolgreich verhandelt und Heuballen und Kraftfutter gerecht unter die notleidenden Nomaden verteilt. Heute, am 29. 2., fliegt er wieder zurück nach Ulaanbaatar.

Der Förderverein Mongolei e.V., Deutschland, und der Schwesterverein Open Hearts for Mongolia, Schweiz, freuen sich, dass wir durch viele Spenden unseren ersten Beitrag bei dieser Hungerkatastrophe leisten konnten, aber jetzt im Monat März werden die Jungtiere geboren, eine harte Zeit für die Tiermütter und die Kleinen bei immer noch – 40 Grad. Der Winter wird bis Ende April andauern, also mindestens noch zwei Monate …

Deshalb bitten wir weiterhin um Spenden für die „Nomadenhilfe“. Der milde Winter in diesem Jahr lässt vielleicht doch diesen oder jenen Euro mehr im Geldbeutel.

Im Namen von Galsan Tschinag und der Tuwa-Nomaden bedanken wir uns von Herzen bei allen Spenderinnen und Spendern!


Wilma Brüggemann
Vorsitzende

Nomadenhilfe - herzlichen Dank für die bisherige Unterstützung, weitere Unterstützung benötigt, hier ein aktueller Bericht mit Fotos

Am 22. Februar machte sich Galtaikhuu, der Sohn von Galsan Tschinag,  zusammen mit einem Kameramann auf und flog 2000 km nach Ölgij in den Westen der Mongolei zu den Tuva, um bitter benötigtes Futter für die Tiere der Nomaden zu kaufen. Die Möglichkeit dazu bieten die cleveren Kasachen, die Heu aus Russland kaufen und gegen Barzahlung an Käufer in Not abgeben.
Der Förderverein Mongolei e.V. und der Schwesterverein Open-Hearts-For-Mongolia aus der Schweiz haben einen 5-stelligen Geldbetrag aus Spenden an die GTS überwiesen, sodass Galtai eine gute Basis zum Verhandeln hatte.

„Drei große Lastwagen standen bereit,“ schreibt Galtai, „. Hoch bepackt mit Heu und Futter fuhren wir los. 150 Familien, darunter auch einige kasachische Familien, erhielten inzwischen vor Ort ihren Anteil und danken allen Organisationen ganz herzlich. Ein alter Mann sagte: Eine solche Hilfe in schwierigen Zeiten vergisst man nicht, danke!
Wir fahren jetzt weiter zu letzten westlichen Gemeinde in das Tal des weißen Flusses Ak Hem und verteilen weiter bei immer noch  – 40 Grad in der Nacht.“

Aufruf von Galsan Tschinag

Nomadenhilfe für Nomaden in Not

Vom 8. bis 10. Februar feiern alle Mongolen nach dem Mondkalender ihr Neujahrsfest, und es beginnt das Jahr des Affen. Mit diesem Tier verbinden sich äusserst harte Winter. Der schrecklichste war der Winter 1945/46, in dem die Hälfte aller Tiere verhungerte oder erfror. Eine Tragödie für die Nomaden.

Nun zeichnet sich wieder eine dramatische Situation für den Viehbestand ab, da es in der Nomadenwelt seit altersher keine Ställe für die Tiere gibt. Sie sind schutzlos den drohenden Naturgewalten ausgeliefert. Die aktuell starken Schneefälle und der fehlende Steppenwind, der sonst den Schnee wegbläst, verhindern, dass Schafe, Ziegen, Yaks, Pferde und Kamele an die tiefgefrorenen Gräser herankommen. Viele von ihnen werden den Winter nicht überleben.

Deshalb bitten wir um Spenden. Das eingehende Geld wird umgehend an Galsan Tschinag überwiesen, der -  zusammen mit seinem Sohn Galtaikhuu - für den Einkauf und die Verteilung von Futter an die Nomadenfamilien zuständig ist.

Unser Vereinskonto freut sich über jede Spende unter dem Stichwort Nomadenhilfe

Förderverein Mongolei e.V.
Volksbank Kirchheim-Nürtingen
IBAN DE72 6129 0120 0394 3660 00
BIC GENODES 1NUE

Ich bedanke mich bei allen Spendern, die mithelfen, die Not zu lindern

Wilma Brüggemann
Vorsitzende

Schlimmste Befürchtungen

Ab 9. Februar 2016 beginnt das Jahr des Affen nach dem Mondkalender.
Dies bedeutet einerseits der Beginn eines neuen Jahres, aber andererseits ein Zyklus der Kältekatastrophe in der Mongolei, die als Zud bekannt ist.
Schon 1944 im Jahr des Affen dauerte die Kältekatastrophe in der Mongolei 150 Tage und dabei starben 9,2 Millionen Tiere.  Im nächsten Jahr des Affen 1956 starben in der Mongolei wegen „Zud“ 2,2 Millionen Tiere. Darauf folgendes Jahr des Affen 1968 bedeutete auch für 4,4 Millionen Tiere das Ende.  In den Jahren von 1970 bis 1990 konnten die Nomaden wegen einer guten Vegetation im Sommer genug Heu ernten und damit konnten die Katastrophen mit wenig Verlust überwunden werden.
In den letzten Jahren wurde der Zyklus der Naturkatastrophen immer häufiger.
Im Winter des Jahres 2000 hielt  „Zud“ 157 Sums (Verwaltungseinheit) im Griff und es starben 2,4 Millionen Tiere. Im darauffolgenden Jahr erreichte Zud 192 Sums und es starben 3,5 Millionen Tiere. Somit standen über 5000 Familien am Ende ohne Tiere bzw. ohne ihre Existenz da.
Wir befürchten in diesem Winter von einem „Eisernen Zud“. Dies bedeutet, dass eine geschlossene Eisdecke alle Nahrung unter sich versiegelt und die Tiere nichts zum Fressen finden können.  Somit sterben vorerst die schwächsten Tiere und wenn die Kälte in den Spätwintermonaten weiter andauert, sterben alle Tiere, die keine Zusatznahrung bekommen können. Besonders im März kommen die Jungtiere auf die Welt und dies erschwert die Situation noch schlimmer.
Nach Meldungen der Altai-Nomaden hat eine geschlossene Eisdecke die Westmongolei versiegelt und die Nachttemperaturen erreichen immer weiter über minus 40 Grad. Viele Nomaden haben unzählige Tiere verloren und es kann noch zur flächendeckenden Katastrophe – Eiserner Zud -  führen. Darum brauchen sie Hilfe.

Galtaikhuu Galsan mit einem Situationsbericht aus der Mongolei